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Unser erster Wohnmobilurlaub Italien Donnerstag, 8.9.2005 Nachmittag Übernahme der Wohnmobils nach viel Stress. Viel Neues wird erklärt, der Wassertank, der Abwassertank – komisch, das Hausboot in Holland hatte doch keinen – die Stromversorgung, der Kühlschrank, die Markise und so weiter …. Also ab damit nach Hause und eingeräumt. Komisch, wie viel man so mitnehmen sollte. Nach einer halbe Stunde Einräumen ist das Auto noch immer so leer. Braucht man wirklich so viel mit, und was haben wir vergessen???? Freitag, 9.9.200 Um 4 Uhr früh aufgestanden, ein wenig Frühstück, das Letzte eingeräumt und dann kurz nach 5 Uhr Abfahrt in den Urlaub. In der Kritzendorfer Engstelle beginnt das Camperleben. Der Kühlschrank öffnet sich trotz Verriegelung und die Wurst segelt das erste Mal durch den Wagen und so manches Anderes auch. Also kurz angehalten, alles wieder eingeräumt und weitergefahren. Nach kurzer Zeit öffnet sich der Kühlschrank ein weiteres Mal und entleert sich in den Camper. Nach kurzem Studium der nicht funktionierenden Verriegelung findet sich in der Werkzeugkiste ein Teil, mit dem man die Kühlschranktür blockieren kann. Damit hat sich dieses Problem gelöst. Bei Graz gibt’s ein Frühstück in einer der neuen Raststätten von Autogrill. Später stellt sich heraus, das damit der italienische Teil des Urlaubs begonnen hat. Die Autobahn zeigt, dass die Motorleistung und der große Luftwiderstand seien Tribut fordern. Mehr als 90 bis 100 sind nicht möglich. Der erste Tankstop zeigt auch die Wirkung des Querschnitts, das Ding säuft wie ein Loch, so ca. 15 bis 17 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Jetzt weiß ich auch, warum so 80 Liter in den Tank passen.. Aber trotzdem nähert sich die Grenze zu Italien und bald schon sind wir auf der Italienischen Autobahn durch das Kanaltal. Erste Zweifel kommen auf, die das mit der Mautpflicht in Italien ist, bis die Mautstelle da ist und man das erste Ticket gezogen hat. Dann ging’s durch das Kanaltal, an Udine vorbei Richtung Adria. Unser erstes angepeiltes Ziel ist Caorle. Kurz nach Udine plötzlich intensiver Regen. Da man fast nichts mehr gesehen hat, sind wir auf einen Rastplatz und haben das Nachlassen des Regens mit vielen Anderen abgewartet. Nach Verlassen der Autobahn und Bezahlung der Maut (auch nicht wenig) finden wir uns nach etlichen Kreuzungen und Abzweigungen auf der Strasse nach Lignano und schon taucht die Ortstafel auf. Dort wollen wir aber nicht hin. Also bei einer günstigen Gelegenheit umgedreht und wieder zurück. Die Strasse, die laut Karte die Günstigste wäre, ist natürlich gesperrt, auch in Italien gibt’s Baustellen. Aber nach einigen Diskussionen findet sich die Strasse nach Caorle. Ich habe in Erinnerung, dass am Weststrand doch ein Campingplatz sein muss, vor 30 Jahren war doch dort einer, der hieß Santa Margherita, oder so. Bei der Einfahrt nach Caorle findet sich ein so lautender Wegweiser, also diesem nach. Die Strasse führt über den großen Fluss von Caorle weg, also kann’s nicht am Weststrand sein. Wieder mal ungedreht und zurück nach Caorle hinein. Auf einmal finde ich mich mit meinem Riesengefährt am Hafen von Caorle und fahre in meiner Verzweiflung Richtung Weststrand. Auf sehr belebten Strassen, viele Leute, überall Mopeds und Fahrräder. Hoffentlich geht’s hier irgendwohin. Auf einmal ein Wegweiser zu einem Campingplatz, genau dort, wo er sein sollte. Aber schon zu weit gefahren, daher wieder einmal umgedreht und endlich die Einfahrt gefunden. Interessanterweise darf man sich hier den Platz aussuchen. Also einen schönen Platz gesucht und gefunden. Zurück bei der Einfahrt die Platznummer bekannt gegeben und gerade noch bekommen – jemand Anderer hat auch gerade gesucht.  Nun den Platz bezogen und eingerichtet. Auch mal kurz zum Meer hinaus und mit den Zehen getestet. Abendessen erstmal im Restaurant, dort gab’s die ersten Missverständnisse, statt gegrilltem Fisch gab’s Fritto Misto, aber geschmeckt hat es trotzdem – soll man bei den kleinen Fischerln die Köpfe mitessen, oder nicht -. Dann ein bisschen spazieren gegangen. In der Nacht nochmals kräftiger Regen.
Erster Regenguss Meerblick geschmückt für den großen Festtag
Samstag, 10. 9. 2005 Erstes Frühstück, noch mit mitgebrachten Beständen. Nach dem Frühstück mit den Fahrrädern in den Ort. Kleine Rundfahrt durch Caorle, es schaut fast noch so aus wie vor 30 Jahren. Aber heuer ist alles ganz lieb geschmückt mit Fahnen und Bändern. Am Campingplatz haben wir erfahren, dass am Sonntag ein großes Marienfest ist. Im Hafen sind alle Boote mit Fahnen geschmückt. In der Fischhalle gab’s wundervollen Fisch also haben wir uns fürs Abendessen ein Stück Haifisch, ein Stück Seelachs und ein Stück Thunfisch gekauft. Nachmittag faul am Strand gelegen und die Sonne genossen. Abends die Fische gegessen – waren super, speziell der Haifisch, danach noch einen Strandspazier- gang und dann ins Bett.
Sonntagmorgen unsere Wohnung erstes italienisches Abendesssen
Sonntag, 11.9.2005 Nach dem Frühstück bin ich allein (meiner Besten taten noch immer die Sitzknorren vom gestrigen Trip weh) in Richtung Ort gefahren. Ich habe am Oststrand auch das Hotel gefunden, in dem ich mit meinen Eltern vor fast 40 Jahren war. Der Strand ist dort jetzt wesentlich breiter als damals. Im Ort war schon großes Remidemi vor der Kirche, viele Leute, hautsächlich Einheimische. Dann am Strand gelegen und mehrmals im Meer gebadet. Nachmittags sind wir dann zur großen Schiffsparade hinüber zum Fluss gefahren und haben uns mit vielen Anderen dort hingesetzt. Genau vor uns sind alle geschmückten Boote am Boot mit der Madonna der Fischer vorbeigefahren, war ein wirklich schönes Erlebnis.
ein Muss, dieses Foto Prozession zu Ehren der Madonna de Pescatoria beeindruckende Prozession
Montag, 12.9.2005 Vormittags Abfahrt aus Caorle in Richtung Venedig, Padua und Verona. Diesmal fast ohne Umdrehen und Verfahren. In der Nähe von Padua kurzer Halt an einer Raststätte. Die Typen, die dort herumgelungert sind, waren nicht wirklich vertrauenerweckend. Also sind wir so bald als möglich wieder weiter. Bei der Einfahrt nach Verona taucht das große Problem auf, wohin mit den Wohnmobil. Der erste mögliche Parkplatz war nur eine Kurzparkzone, natürlich kostenpflichtig, aber wo bekommt man die Zettel her. Also weitergefahren und einen Busparkplatz gesucht, und nicht gefunden. Am Ufer des Adige wieder einen Parkplatz gefunden, wieder eine Kurzparkzone, Bigletti gibt’s in den Tabakgeschäften, die haben aber Mittagspause. Also weitergefahren und an der Stadtmauer endlich einen Parkplatz gefunden, mit einem Parkscheinautomaten (die Beste hat ihn gesehen), und das noch dazu ganz in der Nähe der Arena. Der Rundgang durch Verona begeistert nicht wirklich. Die Stadt ist zwar rechst schön und interessant, aber es fehlt ein gewisser Flair. Am Piazza Erbe haben wir uns dann in einen Schanigarten (heißen die hier auch so?) gesetzt und gegessen (meine Beste einen Salat und ich Spaghetti Bolognese, sehr gut!!). Kurz vor Julias Haus (den Balkon muss man doch gesehen haben – warum, weiß ich nicht – war Shakespeare eigentlich hier???) leisteten wir uns ein Eis – schrecklich. Zurück beim Auto – wir haben’s ganz wieder gefunden - sind wir dann weiter Richtung Süden. Als Übernachtungsmöglichkeit suchten wir einen Camperparkplatz in Carpi. Das war die Überraschung, denn wir erforschten mit den Fahrrädern Carpi, eine liebe kleine Stadt mit einem entzückenden Hauptplatz. Ein anderer Camper am Parkplatz erzählte, dass ihm in Verona am Parkplatz eines Einkaufszentrums sein Wagen aufgebrochen wurde, trotz Hund im Auto. Solche Erzählungen beruhigen nicht gerade die Nerven. Trotzdem ganz gut geschlafen.
Stadtmauer Arena Hauptplatz Burg
Dienstag, 13.9.2005 Von Carpi ging’s in Richtung Bologna. In einem Vorort soll es laut Campingführer ein Schiffshebewerk geben. Den Parkplatz haben wir gefunden (natürlich nach einmal umdrehen), das Schiffshebewerk aber nicht. Bologna aber war weit, die Zugverbindung nicht optimal, also versuchten wir es mit dem Auto, in die Stadt zu gelangen. Als Wiener Autofahrer ist man einiges gewohnt, aber der Verkehr in italienischen Städten sprengt alle Vorstellungen. Alles fährt kreuz und quer, dazwischen drängen sich Mopeds und Roller, Spurmarkierungen wären überflüssig, es hält sich keiner daran, aber trotzdem fährt alles. Wir fuhren am Ring rund um Bologna, versuchten einmal in die Nähe den Zentrums zu kommen, aber die Strasse wurde immer enger, dann eine Baustelle und fast wäre es nicht weiter gegangen. Auch die Höhe des Mobils ist nicht zu vergessen, fast wäre es einmal schief gegangen.  Also haben wir Bologna innerlich abgehakt und sind wieder rausgefahren. An Florenz vorbei suchten wir einen Campingplatz nahe Figline im Val d’Arno. Dieser Platz war eine Riesenüberraschung. Freundlich, gepflegt, mit Spitzenrestaurant, Cafe, Schwimmbad, etc., hier kann man’s aushalten. Da nur am Mittwoch ein Ausflug nach Siena angeboten wurde, wollten wir diese Angebot gleich nützen, doch leider – alles besetzt, nur Warteliste. Am späteren Abend, bei Nachfrage, können wir dann doch einen Platz buchen.   Mittwoch, 14.9.2005 Busfahrt nach Siena in einem sehr bequemen Bus mit netter Reiseleitung, die uns bei der Hinfahrt viel über Siena erzählt hat. In Siena brachte sie uns dann zur ersten Kirche (eigentlich zu den öffentlichen Toiletten) und entließ uns dann unserem Schicksal. Zum Glück hat sie uns vorher einen Plan von Siena mitgegeben. Ohne viele Probleme fanden wir den Dom von Siena. Diese Kirche ist ein beeindruckendes Erlebnis, noch dazu als wir das Glück hatten, den Kirchenboden ohne Teppiche bewundern zu können. Das ist laut unserer Begleiterin nur ein Monat im Jahr möglich. Als nächstes Ziel hätten wir den Campo von Siena gehabt. Wir versuchten uns am Stadtplan zu orientieren, doch leider waren am Plan viele Strassen ohne Namen eingetragen, und die Namen am Plan fanden wir dann in der Realität nicht. So haben wir auf dem Weg zum berühmten Campo (wo das Palio stattfindet) viel über Orientierung diskutiert und viele Strassen von Siena erkundet, manche sogar mehrmals. Aber Schlussendlich fanden wir den Campo doch, er war eigentlich näher als wir vermutet hätten. Nach eingehender Besichtigung suchten wir einen Platz in einer der Bars am Platz und fanden sogar einen, ganz in der ersten Reihe. Ein Blick in die Runde zeigte allerdings, das viele Tische besetzt waren, aber nur wenige auch etwas Ess- bzw. Trinkbares vor sich stehen hatten, also standen wir wieder auf und suchten weiter nach einer Erfrischung. Zufällig entdecken wir ein kleines Lokal, richtig gemütlich und nett. Die Spaghetti Carbonara war nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber vielleicht gehören sie so geronnen und bröselig. Der Weg zurück zum Bus war nicht schwer zu finden, alle Anderen haben ihn auch gefunden und so ging’s mit dem Bus weiter nach San Giminiano. Unsere Begleiterin erklärte uns auf der Fahrt, dass San Giminiano die Stadt der Türme sei und erzählte uns auch viel über den originalen Chianti. Wahrscheinlich damit wir uns in den vielen Geschäften in San Giminiano auch besser auskennen. Das Manhattan der Toskana ist auch eine wirklich interessante Stadt, leider nur, wie die anderen auch, am Berg und daher nur bergsteigerisch zu bewältigen. Auch wir mussten natürlich einige Flaschen Chianti (wozu haben wir es uns auch erklären lassen) mitgenommen, auch ein wenig Alabaster und ein Salatbesteck – und natürlich viele Fotos. Der Weg zurück zum Campingplatz verlief dann ohne Besonderheiten.
Dom der nur selten sichbare Steinboden Campo Richtung San Gimigniano Campo einer der vielen Türme
Siena
Donnerstag, 15. 9. 2005 Am Morgen ging’s mit dem Bus nach Florenz. Alleine die Fahrt mit dem einheimischen Buschauffeur durch den vormittäglichen Verkehr in Florenz ist sehenswert. Am Bahnhof wurden wir dann von der Führerin erwartet. Sie führte uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Florenz und erzählte uns auch viel über die Geschichte der Stadt und ihrer Bauten. Sie erzählte über die Medici und ihre Geschichte, zeigte uns das Wildschwein am Markt, das man streicheln muss, um wiederkommen zu müssen und brachte uns auf die Ponte Veccio. Am nahe gelegenen Rathaus, vor dem Michelangelos David (der Jüngling mit der Phimose) in Kopie steht, entließ sie uns schließlich unserem Schicksal. Wir durchstreiften die Ponte Veccio nochmals und kamen dann auch zum Palazzo Pitti. Dort gabs einen kleinen Imbiss und dann begann der Weg zurück in Richtung zum Bahnhof. Der Markt rund um die Markthalle konnte natürlich nicht ignoriert werden. Nach einigen kleinen Einkäufen ging es dann doch zurück zum Campingplatz (nochmals durch den Stadtverkehr von Florenz – gigantisch).  
Freitag, 16. 9. 2005 Relaxtag am Pool des Campingplatzes. Samstag, 17. 9. 2005 Nach letzen Einkäufen im Markt des Campingplatzes ging’s in Richtung Pisa. Der Camperplatz, der laut Beschreibung so leicht zu finden wäre, war natürlich nicht aufzufinden. Wir fuhren und fuhren Richtung Pisa und wieder zurück, waren auf einmal am Arnoufer, wo wir gar nicht hinwollten, fuhren wieder aus Pisa hinaus, erkannten Strassen wieder, auf denen wir schon gefahren waren, bogen nochmals ab, wendeten, bogen wieder ab, wendeten nochmals, fanden uns auf einer Strasse, die wir mit unserer Höhe nicht befahren konnten, wendeten wieder, und auf einmal stand der schiefe Turm genau vor uns. Damit war nicht zu rechnen. Wir bogen wieder unplanmäßig ab, und fanden zufällig beim Stadion einen Parkplatz, versperrten das Wohnmobil und machten uns zu Fuß auf den Weg. Der Domplatz war nicht schwer zu finden, das Ticketbüro auch nicht. Leider wäre ein Besteigen des Turm erst nach mehr als 3 Stunden möglich gewesen, also mussten wir darauf verzichten und besichtigten nur den Dom, das Baptisterium und den Camposanto. Die nahe gelegene Kirche von San Stefano war zumindest genau so sehenswert wie der Dom. Den Weg zurück zu unserem Camper und dann die Strassen hinaus aus Pisa fanden wir sogar ohne Umwege. Auch den Campingplatz in Torre del Lago (nahe Viareggio) fanden wir ohne Probleme. Der Platz enttäuschte uns aber dann gewaltig, hoch ummauert wie ein Gefängnis, viele Dauercamper, bei denen man sich fragt, was gefällt denen hier? Mit dem Fahrrad erkundete ich den Weg zum Strand, mehr als einen Kilometer über Waldwege und dann ein ungepflegter Strand mit Dünen und überall den Aufforderungen, nichts unbeaufsichtigt zu lassen, also richtig gemütlich. Kurz nach der Rückkehr begann es dann zu regnen, bzw. zu schütten. Bei einer kurzen Regenpause erkundeten wir dann den Campingplatz, um endgültig zur Erkenntnis zu kommen, hier gefällt es uns nicht. Die Nacht über gab’s Dauerregen.
der schiefe Turm (was sonst?) soo schief ist er doch nicht? Campo Santo
Sonntag, 18.9.2005 Nach Verlassen des ungastlichen Platzes fuhren wir über die endlos lange gerade Strasse nach Viareggio, fanden dort merkwürdigerweise sofort einen Parkplatz und erkundeten Viareggio. Wir bewunderten die Boote bzw. Schiffe, die dort im Hafen und auf den Werften zu sehen waren. Durch den Sonntagmorgen war der Ort noch fast ausgestorben. Die Via Mare mit ihren alten Bädern entschädigte uns dann ein wenig für die Erlebnisse des vergangenen Abends und der Nacht. Wir fuhren die Strasse entlang des Strandes durch mehrere Badeorte und konnten sogar einmal auf den Strand und auch eine Probe Sand mitnehmen (obwohl keinerlei Glatteisgefahr bestand). Auf der Autobahn über den Apennin kamen wir in einen Sturm, der uns nachdenklich stimmte. Auch die Raststätte auf der Autobahn entpuppte sich als Imbissstube und so gabs zu Mittag nur Sandwitches. Der Campingplatz am Gardasee wurde diesmal ohne Verfahren und ohne Umkehren gefunden und bezogen. Wieder einmal ein schöner gepflegter Platz mit vielen Möglichkeiten.  Nach ersten Erkundungen zu Fuß und auch mit dem Fahrrad gab’s ein gutes Abendessen.  
kleine Sportboote erster Blick
Montag, 19.9.2005 Zum Frühstück gabs wieder mal Gebäck, das nach etwas schmeckte, wir sind doch etwas weiter im Norden, ja fast schon in Südtirol. Dann sind wir beide mit den Fahrrädern Richtung Sirmione aufgebrochen. Bis dorthin waren’s fast 5 Kilometer, für meine Beste eine beachtenswerte Strecke. Dort hatten wir den genialen Einfall, die Fahrräder hinzustellen, abzusperren und Sirmione zu Fuß zu erkunden. So spazierten wir durch diese interessante Stadt auf einer Halbinsel des Gardasees. Die Burg war hoch interessant, sie scheinte damals die gesamte Stadt zu beschützen, denn die Sicherungsanlagen, Gräben, Zugbrücken, waren sehr imposant. Leider waren die archäologischen Ausgrabungen gerade heute (an einem Montag) geschlossen. Also beim nächsten Mal müssen wir an einem anderen Wochentag hier sein. Nach einer Stärkung in einer Bar machen wir uns wieder auf den Heimweg, meine Beste radelte tapfer die doch lange Strecke. Nachmittags legten wir uns ein wenig zur Ruhe und genossen dann den Abend. Einige Holländer boten uns dann interesante Schauspiele. Es macht richtig Spass, im Wohnmobil zu sitzen und anderen beim Aufbau eines Zeltes zuzusehen. Die einen machten es eher experimentell, die anderen schon professioneller.   
Abend am Gardasee
Dienstag 20.9.2005 Das Wetter ist wieder nicht besonders, daher brechen wir endgültig vom Gardasee auf. Wir fahren entlang des östlichen Gardaseeufers nach Norden. Wir müssen dabei feststellen, dass anscheinend Benützer von Wohnmobilen Menschen zweiter Ordnung sind. In fast allen Orten sind die Parkplätze mit Latten in 2 Metern Höhe abgesperrt, damit man nicht hineinfahren kann. Auch auf Parkplätzen für Autos und Autobusse sind die Camper explizit verboten. Einkaufen und Benzin kaufen darf man anscheinend in Italien, aber anschauen darf man es sich nicht. Ausnahme ist Torri del Benaco, denn dort durften wir auf den großen Besuchsparkplatz. Zwar kostenpflichtig, aber was ist in Italien schon gratis, nicht einmal die Kirchen. Torri del Benaco verwöhnte uns mit einer wunderschönen Befestigungsanlage und einem netten Städtchen. Nach einer kleinen Mittagspause ging’s weiter nach Norden Richtung Südtirol. Bozen überraschte uns dann mit einem Parkplatz, den wir in einem kleinen Gässchen ganz nahe der Innenstadt gefunden haben. Auch der Parkscheinautomat war nicht schwer zu finden, da waren wir Anderes gewöhnt. Der Rundgang durch Bozen war recht interessant, auch das Wetter war brauchbar. Der Imbiss war schon wieder etwas weniger italienisch, sondern schon mehr mitteleuropäisch. Von Bozen ging’s dann weiter Richtung Norden auf der Bundestrasse neben der Autobahn, das war kein Nachteil. Wir bogen dann Richtung Osttirol ab. Bei Bruneck schüttelte ich das Auto kurz durch – ich habe eine Bodenschwelle übersehen und sie wegen der gestreiften Markierung eher für einen Zebrastreifen gehalten. Am Parkplatz stellte ich anhand des Stadtplans fest, dass ich mich in der falschen Stadt befand. Der Plan stimmte nicht mit meinen Erinnerungen überein, na ja, nach 35 Jahren kann man schon mal was verwechseln. Also fuhren wir weiter Richtung Osttirol. Da wir kein wirklich gutes Plätzchen für eine Übernachtung gefunden haben, landeten wir in Lienz. Die Tankstelle, wo es das erste Mal wieder weniger teuren Diesel gab, schickte uns zu einem Gasthof. Da dieser aber so seine schönen Gastzimmer anpries, haben wir gleich gar nicht gefragt, ob wir im Hof übernachten dürfen. Am Iselufer haben wir aber so einen schönen Parkplatz gefunden, dass wir beschlossen  haben, ganz einfach wild zu campieren – mitten in Lienz. Das Abendessen war gut, richtig deftig nach so langen Tagen leichter Kost – nachher fragt man sich, musste es wirklich ein Schweinsbraten und ein Jägerschnitzel sein, nachdem man vielleicht doch in den letzten Tagen etwas abgenommen hat. Neben der rauschenden Isel verschlummerten wir aber doch die Nacht. Mittwoch, 21.9.2005  Schon vor 7 Uhr war ich munter, und beschloss, aufzustehen, nachdem ich bemerkt habe, dass wir mit unserem breiten Gefährt doch ein wenig Behinderung auf diese Strasse gebracht haben. Meine Beste wurde von meinen Aktivitäten plangemäß munter und erhob sich auch aus dem Bett – eigentlich erhob sie sich nicht, sondern wuchs vom Oberbett des Alkovens herunter. Die weitere Heimfahrt verlief plangemäß ohne weitere Zwischenfälle oder sonstiges Interessantes.   Dann begann das große Ausräumen und die anschließende Reinigung.
Italien 2005